Gemeinde Gangelt
Im Herzen Europas zwischen Maas und Rhein

Heidenaturpark
Rodebach
 
Brunssumer Heide
 
Teverener Heide
Gangelter Mundart

Neben der hochdeutschen Sprache gilt in Gangelt, wie in den meisten anderen Regionen auch, der eigene lokale Dialekt.

Der Dialekt entwickelte sich aus dem Ober-deutschen, aber auch aufgrund der Grenznähe aus niederländischen Mundarten heraus, mit niedersächsichem Einfluss.

Einen Einblick ins Gängelder Platt bring das Buch "Lyrik und Dialekt aus dem aten Gangelt und seiner Umgebung", eine Zusammenstellung von Peter Jansen zum Gedächtnis an Willi Offergeld, der am 12.4.1971 verstarb.

 

Für den nächsten Ausflug nach Gangelt bietet folgender, nicht ganz ernst gemeinter, Kurzkurs mit Auszügen aus dem Buch, Grundwissen um sich auf Gangelter Platt zu unterhalten:

 

In einem Geschäft:

 

Nonk Thisse ko'em mit e paar nüje Klappzylindere, ooch Chapeau claque genennt.

Onkel Thisse kommt mit ein paar neuen Klappzylindern, auch Chapeau claque genannt.

 

"Wat kost däe?"

"Wieviel kostet dieser?"

"10 Mark 50"

"Dieser Zylinder kostet 10,50 Euro"

"Ech gäev Öch 10 Mark"

"Ich gebe Ihnen 10 Euro"

"Keene Zent belleger"

"Der Preis ist nicht verhandelbar"

 

Informationen über die Gangelter Wirtschaft

 

Geht man et Oevens en een Wiertschaft, dann tröfft man ömmer de selve Lü an, die sech der Kopp terbräke on de Mul teriete üver alles, wat en et Dörp passejert. Die üever de Politik et beste Bescheed weete af wat sons en de Welt passejert. Dat woer al fröjer sue on dät Stöckske, war ech nu vertell, häet sech en dä Tiet aafgespellt, wu die gruete Erfindunge passejerden.

 

Geht man abends in ein Lokal, trifft man immer die gleichen Leute an, die sich über alles, was im Dorf passiert, den Kopfzerbrechen und beschweren. Die über Politik am besten Bescheid wissen und was sonst noch in der Welt passiert. Das war früher schon so und das Stück, dass ich euch jetzt erzähle, hat sich tatsächlich so abgespielt, als die große Erfindung passierte.

 

Doe soeten an eene Oevend bie Henskes en die Wiertschaft die Luesen uut et Dörp bijenee on eene wost wejer mieh wie der angere. Dä eene hau dät gehuert on der angere dat geläese, Michel äver hau de grotste Nüigkeet. "Wat sou ich öch segge", sät hä, "nu hant se och noch ne nüje Oelig erfonge." "Wu wellste det al wejer va wiete, du Nellbeck", sagte die angere. "Ech weet et va mi Nonk on ech kann öch ooch segge, wie dä Oelig heescht." "Denn segg os, wie hä heescht, da glöve wir et dech ooch", reepe die angere. Michel worp sech en de Brost in sloot, dat hä son gruete Nüigkeit als ieschte wost, säht hä:"Petronoelenoelig"(Petroleum).

 

Da saßen an einem Abend bei Hensgens in der Wirtschaft die Leute aus dem Dorf beieinander und einer wusste mehr als der andere. Der eine hat das gehört und der andere das gelesen, Michel aber hatte die größte Neuigkeit. "Was soll ich euch sagen", sagt er, "jetzt haben sie auch noch ein neues Öl erfunden". "Woher willst du das schon wieder wissen, du Nellbeck", sagten die anderen. "Ich weiß das von meinem Onkel und ich kann euch auch sagen, wie das Öl heißt." "Dann sag uns, wie es heißt, dann glauben wir es auch", riefen die anderen. Michel klopfte sich auf die Brust, das er solch eine große Neuigkeit als erster gewusst hat, da sagt er: "Petronölinölich"(Petroleum).

 

 

 

 
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