Stadtplan

Gerardus Mercator *1512 +1594

Mercator verbrachte einen Teil seiner Jugendzeit von 1512 bis 1518 in Gangelt.
Er war ein kunstvoller Globenmacher, einer der hervorragendsten Kosmographen und Karthographen seiner Zeit und ein guter Instrumentenbauer.
Die Eltern Gerhard Mercators, der eigentlich Gheert Cremer hieß, stammen aus Gangelt. Geboren wurde Mercator am 5. März 1512 im hundert Kilometer entfernten Rupelmonde bei Antwerpen, als seine Eltern, Hubert Cremer und seine Frau Emerentia geb. Rademakers zu Besuch beim Bruder seines Vaters, dem Geistlichen Gisbert Cremer, weilten. Nachdem Mutter und Kind wieder reisefähig waren, kehrte die Familie nach eigenen Aussagen Mercators nach Gangelt zurück, zog dann aber im Jahr 1518 nach Rupelmonde. Dort hatte Hubert Cremer eine „Hofstatt“ mit einem Stück Land erworben, betrieb Landwirtschaft und das Schuhmacherhandwerk. Gerhard Mercator wurde durch seinen Onkel Gisbert gefördert, der ihn studieren ließ. Hier besuchte er auch vermutlich die Lateinschule, bevor er nach s'Hertogenbosch und an die Universität Löwen ging, um seinen Magister zu absolvieren. Später spezialisierte er sich auf Geographie und Kosmographie.
Anfang März 1552 siedelte Mercator mit seiner Frau und seinen sechs Kindern nach Duisburg über, wo er für den Herzog von Jülich-Kleve-Berg Vermessungen durchführte und Karten anfertigte.
Er schaffte es im Jahr 1569, mit einer speziellen Technik, der sogenannten Zylinderprojektion, die Flächen des kugelförmigen Globus auf einer ebenen Karte abzubilden. Sie wurde weltberühmt, denn nie zuvor hatte es jemand geschafft, den Globus so "echt" auf einer Karte abzubilden.
Der Weltkarte legte Mercator ein Netz von Längen- und Breitengraden auf. Mercator hatte so die erste ebene, winkeltreue Karte der Erde entwickelt. Auch der Begriff Atlas für ein Sammelwerk geographischer Karten geht auf Mercator zurück. Seine Karten und Globen galten als die besten, er erhielt Aufträge von Kaiser Karl V. und durfte sich "Kaiserlicher Hofrat" nennen. Die Schiffs- und Luftfahrt orientieren sich bis heute an diesem System.

Nach seinem Tod 1594 brachte sein Sohn Rumold den Weltatlas mit 107 Karten heraus.
Er erschien in 41 Ausgaben in verschiedenen Sprachen.
In der Duisburger Salvatorkirche liegt Gerhard Mercator begraben.

Wer auf Mercators Karten trifft und genauer hinschaut, merkt, dass er eine besondere Beziehung zu Gangelt hatte. Wie selbstverständlich finden sich auf der großen "Tabula Germanica" die Orte Gangelt, Rodebach oder Hastenrath, während andere größere Orte in Deutschland fehlen!

In Erinnerung an Mercator wurde am Schnittpunkt des 6. östlichen Längengrades und des 51. Breitengrades ein Denkmal errichtet (siehe Karte).