Gangelt Silhouette

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Gangelt finden wir bei Einhard, dem Biographen Kaiser Karls des Großen. Er veröffentlichte 830 ein kleines Buch mit Berichten über Wunderheilungen. Einer der Berichte erwähnt ein Kind aus „Gangluden“, das geheilt worden sein soll, nachdem die Mutter mit ihm nach Aachen gepilgert war und vor den Reliquien des Heiligen Marzellinus für die Genesung ihrer Tochter gebetet hatte.

Gangelt hat eine Geschichte, die schon sehr lange vor dieser Wunderheilung beginnt. Spuren früher Besiedlung sind durch Gangelter Archäologen nachgewiesen worden. Funde bezeugen, dass schon die Kelten und nach ihnen die Römer in unserer Heimat lebten, bevor sie von den Franken abgelöst wurden. Mit den Franken beginnt im 9. Jahrhundert die nachweisbare Geschichte Gangelts, auf die sich der Gangelter Chronist Jakobus Kritzraedt (1602-1672) bezieht.

Fast vierhundert Jahre lagerten Kritzraedts Aufzeichnungen im Archiv der Gemeinde Gangelt. Zu seinem vierhundertsten Geburtstag wurde eines seiner Werke in die heutige Sprache übertragen. Das war im Jahr 2002 das „Stadtbuch Gangelt“. Sein Hauptwerk, die „Annales Gangeltenses“ wurde 2005 aus dem Lateinischen übersetzt und liegt seither in zwei Bänden in deutscher Sprache vor.

Inzwischen sind die Inhalte des Stadtbuchs und der Annales ausgewertet worden, wodurch neue Erkenntnisse gewonnen werden konnten und eine neue Sichtweise auf die Geschichte unseres Ortes nötig wird. Gangelt war seit der Keltenzeit bis in das 16. Jahrhundert eine Festung. Das ist noch heute an dem Burgturm, den Stadttoren und den Resten der ehemaligen Stadtbefestigung aus dem 15. Jahrhundert zu erkennen. Zusammen mit der zeitgleich erbauten gotischen Kirche und ihrem weithin sichtbaren Kirchturm von 1350 bilden sie ein Ensemble, das Gangelt unverwechselbar macht.

Der nachstehende Link führt zu den neuen Erkenntnissen:
Marksteine der Gangelter Geschichte (von Lutz Vorbach)